Der Sozialverband sieht angesichts der großen Zahlüberschuldeter Haushalte in Kiel Handlungsbedarf. Alfred Bornhalm, Kreisvorsitzender des Sozialverbandes fordert eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente und deutliche Verbesserungen für Menschen, die aufgrund von Schicksalsschlägen dauerhaft weniger Geld zur Verfügung haben.

„Was wir hier sehen, ist eine dramatische Entwicklung. Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass immer mehr Bürger in Kiel durch Langzeiterkrankungen aus der Bahn geworfen werden. Und wer einmal im Krankengeld ist, kommt sehr häufig auch infinanzielle Bedrängnis.”

Wer langfristig erkrankt und irgendwann die Erwerbsminderungsrentebeantragen muss, verliert auf einen Schlag mehrere Hundert Euro im Monat. Und das auf Dauer.

„Unsere politischen Entscheidungsträger müssen dafür sorgen, dass der finanzielle Abrutsch in solch einem Fall abgefedert wird. Außerdem ist es dringend geboten, wieder eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente einzuführen“, erklärt Bornhalm und reagiert damit auf Zahlen der Creditreform und eine Auswertung der Schulden- und Insolvenzberatungsstelle Lichtblick. Es könne nicht sein, dass zum Beispiel ein Facharbeiter keine Rente erhält, weil er theoretisch noch als Pförtner arbeiten könne. „Jeder kann schwer krank werden und damit in die Schuldenfalle geraten.“