Beratung im Sozialrecht – welche Unterlagen soll ich mitbringen

Im Jahr 2019 hat der Sozialverband Schleswig-Holstein insgesamt 16.000 sozialrechtliche Verfahren für seine Mitglieder geführt. Wir haben dabei geholfen, Anträge zur Rente oder im Schwerbehindertenrecht auszufüllen. Wir haben Widerspruch eingelegt. Und wenn es Aussicht auf Erfolg hatte, sind wir mit Ihnen auch bis vor das Sozialgericht gegangen.

Damit wir Ihnen passgenau helfen können, sind wir im Rahmen unserer Sozialberatung jedoch auf Ihre Mithilfe angewiesen. Denn um Sie individuell und fundiert beraten zu können, müssen wir einige Unterlagen einsehen. Bringen Sie diese Informationen also mit, wenn Sie unsere Geschäftsstelle zum ersten Mal aufsuchen.

Diese Unterlagen sollten Sie in unsere Sozialberatung mitbringen!

Natürlich spielt es eine Rolle, mit welchem Problem Sie zum Sozialverband kommen. Die folgenden Informationen benötigen wir jedoch in den meisten Fällen, so dass Sie diese Unterlagen in jedem Fall mitbringen sollten.

Versicherungsnummer

Egal, ob wir einen Antrag für Sie aufnehmen sollen oder wenn es um einen Widerspruch geht: Die Versicherungsnummer macht es uns leichter, Ihnen zu helfen und beschleunigt das komplette Verfahren. Führen Sie also in jedem Fall ein offizielles Schreiben von Kranken- oder Rentenversicherung – je nachdem, um was es geht – mit sich. So stellen wir sicher, dass wir direkt weitermachen können.

Anschrift Ihrer Ärzte

In den allermeisten Fällen kommen unsere Mitglieder in die Sozialberatung, nachdem sie krank geworden sind. Und krank bedeutet hier nicht, dass ein grippaler Infekt vorliegt. Aber wer wirklich ernsthaft erkrankt, bekommt nicht selten auch finanzielle Probleme. Etwa wenn die Krankenkasse das Krankengeld nicht mehr zahlen will. Oder falls die Erkrankung so schwer ist, dass eine Erwerbsminderungsrente als letzter Ausweg angesehen wird.

In all diesen Situationen geht es am Ende immer um Ihren Gesundheitszustand. Oder genauer formuliert: Es geht um Ihre gesundheitliche Verfassung, wie sie von Ihren Ärzten dokumentiert wurde. Von daher benötigen wir für Anträge, Widersprüche und auch etwaige Klagen am Sozialgericht so gut wie immer die Kontaktdaten Ihres Hausarztes (und/oder Ihrer Fachärzte). Denn sämtliche Sozialleistungsträger – und auch das Versorgungsamt, wenn es um den Schwerbehindertenausweis geht – lassen sich im Zweifelsfall ausschließlich von einem medizinischen Befundbericht überzeugen. Und den kann nur Ihr Arzt schreiben.

Befund- oder Entlassungsberichte

Wenn Ihnen ein solcher Bericht bereits vorliegt, kann das die ganze Sache enorm beschleunigen. Bringen Sie das Dokument bitte unbedingt in unsere Sozialberatung mit. Falls Sie in der letzten Zeit eine Reha absolviert haben, ist das für die Kolleginnen und Kollegen in unserer Beratungsstelle ebenfalls von großem Interesse. Denn hier gibt es normalerweise immer einen sogenannten „Entlassungsbericht„. In diesem wird unter anderem ausgeführt, wie Ihre gesundheitliche Situation aktuell und für die nahe Zukunft eingeschätzt wird. Auch mit Blick auf Ihren Arbeitsplatz bzw. den erlernten Beruf.

Renteninformation

Dreht sich Ihr Anliegen um eine Rente – also beispielsweise die EM-Rente oder eine vorgezogene Altersrente – dann benötigen wir für eine fundierte Beratung unbedingt Ihre Renteninformation. Die bekommen Sie automatisch einmal im Jahr per Post. Neben Informationen über Ihre zukünftige Altersrente finden Sie dort auch Angaben zur Erwerbsminderungsrente. Ohne diese Fakten fällt es schwer, eine Entscheidung zu treffen. Bei der Frage „Rente beantragen oder nicht?“ muss klar sein, mit was für einer Rentenhöhe Sie zu rechnen hätten.

Sie spielen mit dem Gedanken, vor der Regelaltersgrenze eine Rente zu beziehen? Ab dem 55. Geburtstag schickt Ihnen die Deutsche Rentenversicherung alle drei Jahre eine Rentenauskunft. Diese ist noch ein wenig detaillierter als die Renteninformation und enthält unter anderem Angaben zu Ihren Versicherungsjahren. Auch diese Infos brauchen wir, wenn wir mit Ihnen gemeinsam eine Strategie aufstellen wollen. Denn bei der vorgezogenen Altersrente spielen neben Ihrem Geburtsjahr vor allem diese Wartezeiten eine wichtige Rolle.

Ihr Ziel

Sie haben sich nicht verlesen. Bevor Sie Kontakt zu uns aufnehmen, sollten Sie sich zumindest ansatzweise darüber im Klaren sein, was Sie sozialrechtlich erreichen wollen. Bei Fragen, in denen es um die Existenz geht – zum Beispiel bei der Einstellung des Krankengeldes – gibt es nicht viel zu überlegen. In anderen Situationen aber schon. Sie glauben gar nicht, wie oft wir in unseren Beratungsstellen Mitglieder erleben, die unbedingt einen höheren Grad der Behinderung (GdB) durchsetzen wollen – nur um dann im Anschluss an das Verfahren die Frage zu stellen, was sie denn nun damit anfangen können.

 

Experte Sozialrecht – Christian Schultz vom SoVD Schleswig-Holstein

„Bitte machen Sie sich schon vorher Gedanken, was Ihnen ein Antrag oder Widerspruch im Sozialrecht bringen würde. In vielen Fällen führt solch ein Verfahren zu keinen wesentlichen Verbesserungen für Ihren Alltag.“

 

 

Christian Schultz vom SoVD Schleswig-Holstein

Christian Schultz vom SoVD Schleswig-Holstein

Experte Sozialrecht

„Bitte machen Sie sich schon vorher Gedanken, was Ihnen ein Antrag oder Widerspruch im Sozialrecht bringen würde. In vielen Fällen führt solch ein Verfahren zu keinen wesentlichen Verbesserungen für Ihren Alltag.“

Fazit: Gut vorbereitet in unsere Sozialberatung

Stellen Sie sicher, dass Sie die wesentlichen Unterlagen gleich mit zum Beratungstermin bringen. Das heißt nicht, dass Sie einen ganzen Ordner mit amtlichen Dokumenten der letzten fünf Jahre dabei haben sollen. Sozialversicherungsnummer, eine aktuelle Renteninformation und die Anschrift der wichtigsten Ärzte reichen in der Regel erst einmal aus. Auch wenn Sie in den letzten 24 Monaten eine Reha durchlaufen haben, kann der dort ausgestellte Abschlussbericht von Interesse sein.

Mit diesen Unterlagen sind wir in der Lage, Sie bestmöglich zu beraten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Advent20

Advent20

Liebe Mitglieder, liebe Ehrenamtler, liebe Kollegen,

leider können wir uns dieses Jahr nicht auf gemeinsame Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmarktbesuche freuen. Auch unseren ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern fehlt der persönliche, direkte Kontakt zu unserem Mitgliedern sehr.

Doch mit dem Gedanken, dass wir in dieser Zeit unseren zwischenmenschlichen Zusammenhalt durch das Einhalten der Abstände und die Vermeidung direkter Kontakte zum Ausdruck bringen können, weil wir unsere Mitmenschen und auch uns schützen wollen, gibt uns Zuversicht und lässt uns auch dieses Jahr unser Miteinander spüren.

 

Im Namen des gesamten Kreisverbandes Steinburg wünschen wir Ihnen eine entspannte, besinnliche und möglichst sorgenfreie (Vor-) Weihnachtszeit.

 

Es grüßen Ihr Kreisvorstand und Ihre Kreisgeschäftsstelle

 

Peter Sprenger und Janina Heruth

Sozialverband fordert staatliche Hilfe

Sozialverband fordert staatliche Hilfe

Der Sozialverband sieht angesichts der großen Zahlüberschuldeter Haushalte in Kiel Handlungsbedarf. Alfred Bornhalm, Kreisvorsitzender des Sozialverbandes fordert eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente und deutliche Verbesserungen für Menschen, die aufgrund von Schicksalsschlägen dauerhaft weniger Geld zur Verfügung haben.

„Was wir hier sehen, ist eine dramatische Entwicklung. Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass immer mehr Bürger in Kiel durch Langzeiterkrankungen aus der Bahn geworfen werden. Und wer einmal im Krankengeld ist, kommt sehr häufig auch infinanzielle Bedrängnis.”

Wer langfristig erkrankt und irgendwann die Erwerbsminderungsrentebeantragen muss, verliert auf einen Schlag mehrere Hundert Euro im Monat. Und das auf Dauer.

„Unsere politischen Entscheidungsträger müssen dafür sorgen, dass der finanzielle Abrutsch in solch einem Fall abgefedert wird. Außerdem ist es dringend geboten, wieder eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente einzuführen“, erklärt Bornhalm und reagiert damit auf Zahlen der Creditreform und eine Auswertung der Schulden- und Insolvenzberatungsstelle Lichtblick. Es könne nicht sein, dass zum Beispiel ein Facharbeiter keine Rente erhält, weil er theoretisch noch als Pförtner arbeiten könne. „Jeder kann schwer krank werden und damit in die Schuldenfalle geraten.“

Neuer Organisationsbogen 2020

Neuer Organisationsbogen 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist dem Landesverband ein Anliegen, die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut wie möglich im Falle eines Unfalls bei ihrer Tätigkeit für den SoVD abzusichern. Wie Sie wissen, sind bisher alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen über die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege unfallversichert. Die Kosten dafür trägt allein der Landesverband.

Um diesen Schutz noch zu erweitern, hat der Landesvorstand beschlossen, alle in den Kreis- und Ortsvorständen ehrenamtlich Tätigen über eine Gruppen-Unfallversicherung abzusichern. Die Kosten für die Versicherung trägt ebenfalls ausschließlich der Landesverband. Für diese Versicherung ist es notwendig, die Anzahl der in den Kreis- und Ortsverbänden tätigen Mitarbeiter*innen der Versicherung zu melden. Daher ist der Organisationsbogen um die Benennung von Zeitungsausträger*innen erweitert worden, da diese auch in die Versicherung mit eingezogen werden sollen.

Beigefügt übersenden wir Ihnen mit der Bitte um Weitergabe an die Ortsverbände einen ergänzten Organisationsbogen, der von den Ortsverbänden ausgefüllt und anschließend an den Landesverband übersandt werden soll. Da derzeit viele Mitgliederversammlungen mit Wahlen stattfinden, ist das Ausfüllen des Orga-Bogens sowieso nötig und könnte dann gleich auf dem erweiterten Bogen mit der Nennung der Zeitungsausträger*innen erfolgen. Sollten die Ortsverbände mehr als in dem Orga-Bogen mögliche Namen eintragen wollen, kann der Bogen erweitert oder eine gesonderte Liste beigefügt werden.

Alfred Bornhalm neuer SoVD-Landesvorsitzender

Alfred Bornhalm neuer SoVD-Landesvorsitzender

Auf einer Verbandstagung des Schleswig-Holsteinischen Landesverbands des Sozialverband Deutschland (SoVD) wurde der bisherige Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses, Alfred Bornhalm, am Sonnabend, 5. September, in der Wunderino-Arena in Kiel zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge von Jutta Kühl an, die den Vorsitz des mit 162.000 Mitgliedern größten Einzelverbands des Landes aus persönlichen Gründen abgegeben hat. Zu Stellvertreter*innen des Landesvorsitzenden wählten die Delegierten Hans-Otto-Umlandt (Kreisverband Dithmarschen), Petra Lenius-Hemstedt (Kreisverband Nordfriesland) sowie Kirsten Grundmann (Kreisverband Segeberg).

Im Anschluss an seine Wahl bedankte sich Alfred Bornhalm für das Vertrauen der Delegierten und betonte, gemeinsam und in enger Zusammenarbeit mit seinen Vorstandskolleg*innen den SoVD in Schleswig-Holstein im Sinne seiner traditionellen Werte der Solidarität und sozialen Gerechtigkeit zu führen und auf dieser Basis eine erfolgreiche Zukunft der „größten Familie des Nordens“ gestalten zu wollen.

In sozialpolitischer Hinsicht mahnte Bornhalm dringlich Lösungen an. Es sei skandalös, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe: „Kinderarmut und Altersarmut dürfen in einem modernen Sozialstaat und in einem reichen Land wie Deutschland überhaupt nicht sein. Und dass in der Pflege von den älteren Menschen der letzte Cent gefordert wird, während Gewinne in private Kanäle oder an die Börse gehen, ist eine Schande“, so der neue Landesvorsitzende.

Zu seinen verbandspolitischen Schwerpunkten sagte er: „Wir werden uns auch weiterhin unverkennbar als Anwalt an der Seite sozial benachteiligter Menschen etablieren. Die massiven sozialen Einschnitte in den letzten Jahren verpflichten uns nicht nur zu einer guten und qualifizierten Beratungsarbeit für unsere Mitglieder, zugleich sollte unser Engagement als Lobbyarbeit für Menschen, die sich gesellschaftlich zu Recht auf der Verliererseite fühlen, noch stärker öffentlich wahrnehmbar werden.“

Ehrengast auf der Landesverbandstagung war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. In seinem Grußwort dankte er den Mitgliedern des Sozialverbands für die Solidarität, die durch den Verband vorgelebt werde: „Nicht nur in Krisenzeiten stärken Sie unsere Gemeinschaft, indem Sie Ihren Mitmenschen die Hand reichen und für eine gerechte Gesellschaft eintreten.“ Außerdem bedankte sich der Ministerpräsident für das wichtige Engagement des im Juli verstorbenen langjährigen Landesvorsitzenden Sven Picker: „Mit seinem Einsatz hat er dem Sozialverband SH zu der starken Stimme verholfen, mit der der Verband für soziale Gerechtigkeit wirbt.“

Alfred Bornhalm bedankte sich im Namen des SoVD Schleswig-Holstein für den Besuch und die Worte des Ministerpräsidenten und überreichte dem passionierten Jogger ein Lauf-T-Shirt mit SoVD-Logo und der Rückenaufschrift „Gemeinsam sind wir stark!“.

Dem neuen Geschäftsführenden Landesvorstand des SoVD Schleswig-Holstein gehören neben dem Landesvorsitzenden Alfred Bornhalm und seinen Stellvertreter*innen Hans-Otto Umlandt, Petra Lenius-Hemstedt und Kirsten Grundmann als Landesschatzmeister Hermann Weber (Kreisverband Nordfriesland), als Landesschriftführerin Renate Eggers (Kreisverband Dithmarschen), als Landesfrauensprecherin Gudrun Karp (Kreisverband Plön), als Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses Prof. Ingo Heberlein (Kreisverband Ostholstein) sowie als Vorsitzender des Organisationsausschusses Uwe-Dieter May (Kreisverband Schleswig-Flensburg) an. Ausgeschieden aus dem Geschäftsführenden Landesvorstand sind der ehemalige Schatzmeister Hans Christian Albertsen (Kreisverband Nordfriesland) und die langjährige Schriftführerin Astrid Kosiolek (Kreisverband Herzogtum Lauenburg).